Juso Hochschulgruppe begrüßt Umbenennung des Otto-Eger Heimes

Endlich! Das Otto-Eger-Heim wird umbenannt. Was wir Studierende schon lange wussten, haben mittlerweile auch das Uni-Präsidium und die Leitung des Studentenwerkes verstanden: Otto Eger war ein aktiver Nazi, nicht “nur” Mitläufer, und darf als solcher auch nicht als Namenspatron eines Wohnheimes und einer Mensa der Uni Gießen geehrt werden. Die Juso Hochschulgruppe begüßt daher diese Entscheidung.

Wir Jusos waren bereits in den letzten Wochen zusammen mit anderen hochschulpolitischen Listen und Fachschaften im Arbeitskreis zur Umbenennung des Otto-Eger-Heimes aktiv. Wir haben einen Anteil daran, dass das Thema wieder öffentlich diskutiert wurde und sehen die jetzige Entscheidung der Unileitung und des Studentenwerkes auch als das Ergebnis unserer gemeinsamen Arbeit.

Dass die Umbenennung erst jetzt geschieht ist beschämend. Es war schon lange bekannt, dass Otto Eger Mitglied der NSDAP war, diese Tatsache war jedoch für die Verantwortlichen von Universität und Studentenwerk offenbar nicht schwerwiegend genug, um eine Umbenennung zu veranlassen. Unsere Bedenken, die wir gegenüber Universität und Studentenwerk vorgetragen haben, wurden heruntergespielt, unsere Forderungen abgewiesen. Wir sagen: Auch einfache “Mitläufer” sind schuldig, haben sich an den Verbrechen des Faschismus beteiligt und verdienen daher kein Gedenken!

Woher nun die Kehrtwende?

Der Journalist Frank Sygusch veröffentlichte das entscheidende Dokument auf seiner Internetseite: Ein Brief vom 11.Oktober 1933, in dem Otto Eger in seiner Funktion als Mitglied des Vorstandes des Gießener Konzertvereines die Stadtverwaltung davor warnt, dass das “Musikleben in die Hände jüdischer Agenten übergehe”, weiter spricht er von “artfremder und zersetzender Musik” und fordert eine “von einem einheitlichen Führerwillen geleitete, kulturbewusste und deutschbewusste Betreuung des Musiklebens”.(http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Otto-Eger-Heim-wird-umbenannt-_arid,518504_regid,1_puid,1_pageid,113.html) Hier wird deutlich: Otto Eger war kein Mitläufer, er war überzeugter Nationalsozialist.

 Bye Bye Otto Eger!

Die Umbenennung des Otto-Eger-Heimes war überfällig. Wir müssen denen gedenken, die durch das nationalsozialistische Regime umgekommen sind und jene ehren, die im Widerstand aktiv waren. Für Nazis aus der Vergangenheit oder der Gegenwart haben wir hier in Gießen keinen Platz.

Nach diesem Erfolg ist nun wichtig, dass auch die Studierenden an der Neubenennung des Wohnheimes und des Mensagebäudes beteiligt werden. Es gibt aus den Reihen des Arbeitskreises bereits einige Vorschläge, wir werden uns darum kümmern, dass sie auch Gehör finden.

In diesem Sinne sagen wir: Bye Bye Otto Eger, wir hoffen deinen Namenszug nie wieder auf einem Gebäude in Gießen sehen zu müssen. Faschisten werden bekämpft und nicht gewürdigt!

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