Resolution: Studieren statt Kopieren! – Für eine gute Lehre an unseren Hochschulen!

Folgende Resolution hat das Studierendenparlament auf unseren Antrag hin gestern beschlossen:

“Wir unterstützen selbstverständlich die Forderung nach einer fairen Bezahlung für die Autor*innen der Werke, mit denen wir uns in unserem Studium beschäftigen. Diese darf jedoch nicht auf Kosten von Studierenden und Lehrenden passieren. Die aktuellen Forderungen der VG Wort sind realitätsfern und schaden sowohl der universitären Lehre als auch den durch sie vertretenen Personen, da sich mittlerweile die Universitäten mehrerer Bundesländer[1] geschlossen gegen den Vertrag ausgesprochen haben.

Die Auseinandersetzung mit originalen Texten und Bildern gehört zu jedem Studiengang dazu und ist Teil des wissenschaftlichen Arbeitens. Studierende sind in der heutigen Zeit oft darauf angewiesen, online auf Literatur zurückgreifen zu können. Wir fordern einen Vertrag, der der Bildung im 21. Jahrhundert gerecht wird – zurück in die Zukunft!

 

Begründung: Bisher ist es möglich wissenschaftliche Texte und andere Werke lizenzfrei Studierenden im Rahmen von Lehrveranstaltungen digital zur Verfügung zu stellen. Die Vergütung dafür erfolgte bisher durch Pauschalzahlungen der Bundesländer an die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort).

Doch zum 01. Januar 2017 ändert sich diese Praxis nun. Aufgrund eines Urteils des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 21. April 2016 – I ZR 198/13) haben sich die Kultusministerkonferenz [sic!] (KMK) und die VG Wort auf einen neuen Rahmenvertrag geeinigt. Danach dürfen die o.g. Nutzungen nicht mehr pauschal abgerechnet werden. Zukünftig müssen Texte einzeln pro Seminarteilnehmer*innen pro Seite an den Hochschulen erhoben und bei der VG Wort abgerechnet werden. Diese neue Art der Abrechnung bedeutet einen gravierenden Mehraufwand für Dozierende.

Die Hochschulen selbst haben mit dem neuen Rahmenvertrag die Möglichkeit diesem Vertrag beizutreten oder nicht. Wird dem Vertrag nicht beigetreten, können Texte und andere Werke ab 2017 nicht mehr digital zur Verfügung gestellt werden. Bereits existierende digitale Texte müssen dort bis zum Jahresende entfernt werden.

Wie aus dem Abschlussbericht des Pilotprojekts der Universität Osnabrück allerdings hervorgeht, bedeutet dies für uns Studierende – im Gegensatz zur bisherigen Praxis – einen gravierenden Mehraufwand in der Materialbeschaffung. Denn, der aus dem System resultierende Zeitaufwand wird von den Dozierenden durch schlichte Literaturangaben kompensiert und auf Studierende abgewälzt. Die Folge: Studierende müssen wieder deutlich mehr Zeit beim Scannen und Kopieren verbringen.

Wir lehnen daher diesen neuen Rahmenvertrag ab!

[1] Bisher abgelehnt haben die Universitäten der Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Saarland, Thüringen”

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.