Unser Wahlprogramm für die Wahlen zum 57. Studierendenparlament 2018

Unser Wahlprogramm für die kommenden Wahlen zum 57. Studierendenparlament 2018 könnt ihr hier als PDF-Datei mit Inhaltsverzeichnis downloaden.

 

Wahlprogramm für die Wahlen zum 57. Studierendenparlament:

 

Wohnen 

Wir setzen uns für ein bezahlbares, inklusives und sozial durchmischtes Wohnen ein. Alle Studierenden haben das Recht auf ein angemessenes Zuhause in Gießen. Wir fordern: 

  • Mehr bezahlbaren Wohnraum. 
  • Genügend barrierefreie Wohnmöglichkeiten. 
  • Die Entwicklung von preiswertem Wohnraum auf dem ehemaligen Motorpol-Gelände im oberen Teil der Grünberger Straße. Begleitend muss die Infrastruktur in dem Gebiet ausgebaut werden, sodass sowohl Einkaufmöglichkeiten als auch eine gute Busanbindung gegeben sind. 
  • Im Rahmen des CCG-II-Programms möchten wir unsere progressive Beteiligung aus den letzten Jahren weiterführen und die Belange der Studierendenschaft in den Arbeitskreisen vertreten. 

Wir werden zur Umsetzung dieser Punkte eng mit den zuständigen Gremien der Stadt und den kommunalen und sozialen Wohnungsbaubetrieben zusammenarbeiten. 

Digitalisierung 

Die Digitalisierung ist auch an unserer Universität noch nicht vollends angekommen. Sie muss viel intensiver vorangetrieben werden. Es gibt noch vieles für uns zu tun. Wir fordern insbesondere: 

  • Die Aufzeichnung aller Vorlesungen 
  • Die digitale Verfügbarmachung aller Vorlesungsinhalte wie Literatur und Vorlesungsfolien 
  • Leistungsnachweise jeglicher Art müssen auch online bezogen werden können, ohne den Prüfungsämtern überflüssigen Aufwand zu bescheren. In der Medizin müssen auch die verschiedenen Scheine digital verwaltet werden können. 
  • Die Bücherausleihe muss in allen Bibliotheken elektronisch erfolgen können. 

Vereinheitlichung der Online-Angebote 

Stud.IP, FlexNow, Ilias und K-Med – an der JLU gibt es mittlerweile eine ganze Fülle an Online-Plattformen und fast jeder Studiengang (teilweise sogar jede Veranstaltung) nutzt diese anders. Mit diesem Chaos muss Schluss sein! Sowohl für die universitäre Verwaltung als auch für die Studierenden bedeutet dieser Zustand lediglich einen erhöhten Aufwand, bringt aber keinen Mehrwert. Wir fordern eine Vereinheitlichung der Online-Angebote: Eine Plattform, alle Kompetenzen. 

Freibad-Flatrate 

Auch wenn wir sie bereits 2015 versprochen und direkt im Anschluss eingeführt haben: Noch immer gibt es Hochschulgruppen, die sich konsequent gegen die Freibadflatrate stellen. Nicht nur bei der Umfrage zur Einführung, sondern auch mit durchgehend über 20.000 Besuchen pro Sommer habt ihr deutlich gemacht, dass sie ein wichtiges und sinnvolles Add-On zum Studium ist. Letztes Jahr haben wir den Vertrag mit den Stadtwerken entfristet und damit die Fortführung für Euch gesichert. Deshalb könnt ihr weiterhin für 2 € pro Sommersemester sooft in alle Gießener Freibäder wie ihr wollt! 

Lehre statt Leere! 

Eine Universität dient wissenschaftlicher Forschung und Ausbildung! Elementarer Teil einer zukunftsorientierten Universität ist die qualitativ hochwertige Ausbildung von Studierenden. Daher setzen wir uns auf allen Ebenen dafür ein, universitäre Lehre zu stärken und den Lebensalltag von Studierenden sowie Lehrenden zu verbessern. 

 

Konkret fordern wir: 

  • Ordnungen sollen dem Studieren dienen! Der momentane Ordnungs-Dschungel erschwert jedoch das Studium vieler Studierender und schafft unnötigen Mehraufwand. Wir arbeiten deshalb an einer fachbereichsübergreifenden Vereinheitlichung der Ordnungen, um unnötige Bürokratie zu vermeiden.  
  • Anzahl von Prüfungsversuchen: Vor allem Lehramtsstudierende kennen das Problem – in der gleichen Veranstaltung dürfen manche Studierende die Prüfung seltener wiederholen als andere. Wir finden, dass nicht zwischen Studierenden unterschieden werden darf! Allen Studierenden steht die gleiche Anzahl an Prüfungsversuchen zu. Wir fordern außerdem, dass diese  generell erhöht wird. 
  • Anwesenheitsregelungen abschaffen: Die JLU ist eine Präsenzuniversität. Anwesenheitsregelungen unterstellen den Studierenden aber, kein Interesse an Lehre zu haben. Wir sehen das anders! Bevormundung von Studierenden und Verschulung der Universität sind keine Lösung. Gute Lehre bedeutet auch, selbstbestimmt zu lernen! Deshalb müssen Anwesenheitsregelungen abgeschafft werden.  
  • Anmeldepflichten abschaffen: Die Anmeldepflicht für Klausuren ist unnötiger Aufwand und zusätzlicher Stress –  was zählt, ist die Klausur zu schreiben! Wer zur Prüfung erscheint, ist angemeldet.  Im Krankheitsfall spart man sich dafür den nervigen und kostenintensiven Papierkram. 
  • Regelstudienzeit abschaffen: Auch eine künstlich festgelegte Regelstudienzeit schränkt die Selbstbestimmung im Studium ein! Zum Studium gehört mehr, als nur die vorgeschriebenen Veranstaltungen zu besuchen. Eine eng gelegte Regelstudienzeit benachteiligt jene, die sich weiterbilden oder neben dem Studium engagieren möchten sowie diejenigen, die ihr Studium selbst finanzieren müssen.  
  • Jedes Modul in jedem SemesterJetzt ein vollgepackter Stundenplan und im nächsten Semester gähnende Leere – zu einem selbstbestimmten Studium gehört die freie Auswahl von Modulen! Daher fordern wir, dass alle Module grundsätzlich in Winter- und Sommersemester angeboten werden!  
  • Gute Lehre evaluieren und belohnen: Kommunikation zwischen Lehrenden und Studierenden funktioniert auch anders rum: Alle Veranstaltungen sollen evaluiert und besonders gute Ergebnisse honoriert werden. Gute Lehre muss sich lohnen! 
  • Master für alle: Wir wollen weiterhin das Recht auf einen Masterplatz im hessischen Hochschulgesetz verankern. 

Wohnheime 

In den Wohnheimen wird den Studierenden meist keine angemessene Wohn- und Lernumgebung geboten: Der Internetzugang wird strenger reglementiert als bei unseren Handyverträgen und die Geschwindigkeit ist genauso schlecht wie im letzten Dorf in Nordhessen, am Wochenende sind keine Techniker*innen zu erreichen, man kann seine Chip-Karte nicht aufladen, um waschen zu gehen. Deswegen fordern wir: 

  • Die flächendeckende Einführung von WLAN in allen Wohnheimen mit unbegrenztem Datenvolumen wie in jeder anderen Wohnung auch. 
  • Eine Aufladestation für Chipkarten in allen Wohnheimen. 
  • Die Einführung von Mieter*innen-Mitbestimmung in den Wohnheimen. 
  • Den Wegfall oder die Reduzierung der Umzugspauschale innerhalb desselben Wohnheims  
  • Transparente Wartelistenplatzierung von Studierenden für Wohnheime und Bekanntgabe der Platzierung. Es müssen klare Vergaberichtlinien erstellt werden. 

Gleichstellung 

Wir setzen uns aktiv dafür ein, dass kein Mensch an der JLU aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft, Familienstand oder individueller Bedürfnisse, vorherrschenden Stereotypen oder Vorurteilen benachteiligt oder diskriminiert wird.
Daher fordern wir: 

  • Eine 50%ige Geschlechterquote bei Professuren. 
  • Die Einbindung queerer und postkolonialer Inhalte in die Lehre aller Fachbereiche. 
  • Die zusätzliche Einführung von geschlechtsneutralen Toiletten. 
  • Gendergerechte Sprache in allen Institutionen der JLU. 
  • Die Einführung von dezentralen Awarenessbeauftragten, die Studierende bei sexistischen und diskriminierenden Vorfällen unterstützen. 
  • Damen*hygieneartikel müssen auf allen Toiletten der JLU zur Verfügung gestellt werden.  

Wir sprechen uns ausdrücklich für die autonomen Referate QFFR und B*ST*QR aus.
Gleichstellung muss von allen Statusgruppen der JLU gemeinsam und ernsthaft vorangetrieben werden. 

Gesellschaftliche Verantwortung übernehmen 

Als sozialistische, (queer-)feministische und antifaschistische Hochschulgruppe lehnen wir jedes rechte Gedankengut und dessen Verbreitung an der Uni ab. Die Neuen Rechten erstarken, Naziaufmärsche mehren sich und rassistische (Verbal-)Attacken werden langsam alltäglich. Deshalb kämpfen wir auch weiterhin gegen die in Gießen vertretenen rechten Burschenschaften und Studentenverbindungen und alle anderen Faschist*innen.  

Studierendenschaft und universitäre Gremien müssen hier gesamtgesellschaftliche Verantwortung übernehmen, sich aktiv einbringen, der Herausforderung einer interkulturellen Universität stellen und diese auch verteidigen. 

Geflüchtete einbinden 

Wir setzen uns für menschliche Bedingungen Geflüchteter inner- und außerhalb der Universität ein.  

Mit der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen stehen wir besonders in der Verantwortung. Wir müssen Geflüchteten den Zugang zu Universitäten erleichtern, wobei die Entbürokratisierung des Hochschulzugangs und der Abbau von Sprachbarrieren im Vordergrund stehen. Der Zugang zu Bildung und Sprache ist Grundlage für Integration und (politische) Teilhabe. Das Gasthörer*innen-Programm ist ein erster wichtiger Schritt, damit geflüchtete Menschen die Chance haben, sich weiterzubilden – häufig auch in dem Fach, das sie schon in ihrer Heimat studiert oder sogar abgeschlossen haben. 

Verkehr 

Die Juso-Hochschulgruppe spricht sich in aller Deutlichkeit für das Semesterticket in der jetzigen Form aus. Erweiterungen werden gründlich überprüft und im Sinne der Studierenden ausgebaut. Hierfür wollen wir die Verträge mit den Verkehrsverbünden in Kooperation mit diesen überarbeiten.  Wir möchten, dass der Gebrauch von Fahrrädern und ÖPNV attraktiver wird und fordern daher den Ausbau von Fahrradständern, Fahrradwegen und der öffentlichen Verkehrsmittel.  

Wir fordern: 

  • Eine Expressbuslinie vom Bahnhof zur Rathenaustraße mit Halt an den Naturwissenschaften. 
  • Dynamische Fahrgastinformationsanzeigen an Rathenaustraße und Universitätsbibliothek, die in Echtzeit über die Abfahrtszeiten der Busse informieren. 
  • Eine gute Verbindung zur Uni auch am Wochenende.  
  • Eine bessere Anbindung des Unterhof über die Buslinie 10. 
  • Während der Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek in Richtung Berliner Platz und Bahnhof einen ununterbrochenen Busverkehr. 
  • Mehr (überdachte) Fahrradständern an den Campusbereichen, den Mensen und den Studierendenwohnheimen. 

Wir fordern weiterhin ein IC-Ticket für alle JLU-Studierenden. Bisher haben wir von der Deutschen Bahn jedoch noch kein (angemessenes) Angebot erhalten. Wir bleiben trotzdem dran! 

Soziales 

Auch die sozialen Belange der Studierenden werden schon lange durch uns vertreten. Gerechtigkeit bedeutet, allen Studierenden die gleichen Möglichkeiten zu geben – und gegebenenfalls nachzuhelfen. Wir fordern einen Aktionsplan zur Schaffung einer barrierefreien Hochschule. Inklusion darf nicht an den alten Gemäuern scheitern. 

Schon 2008 haben wir einen Solifonds für unschuldig in Not geratene Studierende geschaffen. Wir werden diesen beibehalten und weiterhin regelmäßig anpassen, um immer nah an den Bedürfnissen der Studierenden zu bleiben. 

Students at work 

Wir werden in der kommenden Legislatur prüfen, ob wir die rechtliche Beratung durch ein „students at work“-Büro erweitern oder ersetzen. Dieses soll noch weitergehende Aufgaben haben und auch sozial- und BAFöG-Beratung unabhängig vom Studentenwerk anbieten. 

Hochschulfinanzierung 

Die Folgen mangelhafter Hochschulfinanzierung erleben wir an unserer Universität tagtäglich: Überfüllte Hörsäle und Seminarräume, überarbeitete Dozierende und Kämpfe um Jobs im Bereich der wissenschaftlichen Mitarbeitenden und studentischen Hilfskräfte.  

Die geplante Abschaffung des Kooperationsverbots zwischen Bund und Ländern ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Sie muss zeitnah umgesetzt werden. Den Universitäten müssen schnellstmöglich und unbürokratisch neue, nur für die Lehre bestimmte Mittel zur Verfügung gestellt werden. 

Wir fordern damit eine deutliche Anhebung der Grundfinanzierung, um ein breites Lehrangebot zu sichern, Stellenabbau zu verhindern und prekärer Beschäftigung im Bereich der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und Lehrkräften für besondere Aufgaben (LfbA) entgegenzuwirken.  

Für uns ist klar: Gute Lehre und gute Arbeitsbedingungen für Dozierende sind zwei Seiten derselben Medaille. Daher muss die Universität als einer der größten Arbeitgeber Gießens auch ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden. 

Drittmittel  

Das Einwerben von Drittmitteln funktioniert fast nur in der Forschung – jedoch kaum in der Lehre. Das Land treibt mit seiner Sparpolitik zwar das Einwerben von Drittmitteln voran, sorgt im Gegenzug aber für einen Abbau in der Vielfältigkeit der Wissenschaft und stellt Lehre bewusst hinten an. Dieser Zustand ist nicht tragbar. Die im Grundgesetz garantierte Freiheit der Wissenschaft bedeutet auch, nicht von den Interessen der DrittmittelgeberInnen abhängig zu sein. Wenn Wissenschaft sich kaufen lassen muss, liegt der Fehler im System. 

 

Wir fordern eine Hochschulfinanzierung, die dem Status der Bildung als Menschenrecht gerecht wird und Forschung nicht von den Interessen der DrittmittelgeberInnen abhängig macht. 

Infrastruktur 

Einige Zweigbibliotheken arbeiten im Jahr 2018 noch immer mit Karteikarten und anderen veralteten Systemen, die den Studierenden unnötig den Alltag erschweren. Wir fordern daher alle Bibliotheken mit einem zeitgemäßen digitalen Ausleihsystem auszustatten. Weiterhin setzen wir uns dafür ein alle Zweigbibliotheken in den Prüfungsphasen auch am Wochenende zu öffnen, damit für alle Studiengänge gleiche Bedingungen gelten.
Arbeitsplätze innerhalb der Bibliotheken sollen grundsätzlich mit Steckdosen ausgestattet werden. Um den allgemeinen Mangel an Arbeitsplätzen am Campus auszugleichen werden wir uns dafür einsetzen, dass in Klausurenphasen Seminarräume zum Lernen offenstehen und man diese mittels transparentem Plan ohne Probleme finden kann. 

Packstationen an allen Campusbereichen 

Studierende sollten tagsüber – so die Vorstellung – an der Uni sein. Das für die Vorlesung relevante Buch wird aber auch tagsüber geliefert – ebenso wie alle anderen Bestellungen. Damit Studierende nicht zwischen dem Besuch der Uni oder dem Empfang ihres Pakets wählen müssen, fordern wir kostenlose Paketannahmestationen an allen Campusbereichen.  

Campusshops 

Wer morgens etwas auf dem Weg zur Uni vergisst oder kurzfristig braucht, hat an jedem Campus ein Problem, denn nirgendwo ist eine schnell erreichbare Einkaufsmöglichkeit gegeben. Wir fordern daher an jedem Campus einen „Campusshop“ – sei es als Automat oder als Lösung in Kooperation mit dem Studentenwerk, sodass Collegeblöcke, Stifte, Briefumschläge, Heftstreifen, USB-Sticks, Taschenrechner und alles andere was für das Studium gebraucht wird, auch am Campus erhältlich ist.  

Gewerkschaften an die Universität 

Studierende sind (zum größten Teil) die Arbeitnehmer*innen von morgen. Deshalb sehen wir eine wichtige Aufgabe darin, Studierende für gewerkschaftliche Themen zu sensibilisieren.  Wir sind der Überzeugung, dass ein hoher Anteil von Studierenden in den Gewerkschaften zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen der zukünftigen Arbeitnehmer*innen führt. Die Juso-Hochschulgruppe versucht beständig die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften zu stärken und die bestehende Kooperation weiter auszubauen. Wir wollen gewerkschaftliche Inhalte auch in der Lehre verankern.  

Studentische Hilfskräfte 

Die Situation von studentischen Hilfskräften spielt für uns eine wesentliche Rolle. Deshalb haben wir uns für eine flächendeckende Mindestvergütung von 10 € / Stunde eingesetzt, die Uni hat den Lohn im letzten Jahr immerhin auf 9,88 € erhöht. Statt Kompromissen im Centbereich sollte die Universität aber klar zeigen, dass auch unsere Arbeit wertvoll ist. Deshalb fordern wir die Einführung eines Tarifvertrags für studentische Hilfskräfte und deren Einbezug in das hessische Personalvertretungsgesetz. Wenn wir junge Leute im Wissenschaftssystem halten wollen, müssen die Arbeitsbedingungen auch attraktiv sein! Um mit gutem Beispiel voranzugehen, haben wir für die AStA-Helfer*innen einen Lohn von 10 € / Stunde durchgesetzt. Außerdem wollen wireine anonyme Meldestelle für studentische Hilfskräfte bei Verstoß gegen arbeitsrechtliche Vorschriften ins Leben rufen, um uns für deren Belange einzusetzen.  

Mensa  

Die Mensen sind wichtige Aufenthaltsorte für uns Studierende an der Uni. Hier treffen wir uns regelmäßig und können abseits von zuhause günstig essen. Wir setzen uns daher weiterhin für preiswertes Essen in den Mensen und Cafeterien ein. Außerdem fordern wir:  

  • Ein Frühstücksangebot für Studierende. Seit dem Umbau der großen Mensa in der Otto-Behaghel-Straße, ist das Angebot hier deutlich kleiner geworden. Wir brauchen ein anständiges Frühstücksangebot in der Mensa, damit für alle etwas dabei ist! Außerdem fordern wir an allen Campus Automaten mit kleinem Essensangebot, wie Sandwiches, die auch dann zu Verfügung stehen, wenn die Mensen geschlossen sind. 
  • Die Menge der Beilagengröße sollte in allen Mensen frei wählbar sein. 
  • Das vegetarische, vegane und regionale Essensangebot muss deutlich ausgebaut werden. Außerdem fordern wir weniger Fleisch aus Massentierhaltung.  
  • In der Mittagszeit (12-13 Uhr) sollten die Plätze, besonders in den kleinen Mensen, denjenigen, die essen, vorbehalten sein. 
  • Das Pommes-Gewürz sollte an allen Aufgängen und in allen Mensen verfügbar sein!!!!!!!!!!!! 
  • Ein kleines Essensangebot am Sonntag in der großen Mensa in der Otto-Behaghel-Straße, um allen, die in der Bibliothek lernen, ein günstiges Mittagessen zu ermöglichen.  
  • Einen Mensaneubau am NaWi-Campus mit mindestens 1000 Sitzplätzen, sowie ein Essensangebot am Kugelberg. In der Zweigmensa am Juridicum gibt es ebenfalls nicht genügend Sitzplätze.  
  • Es muss an allen Mensen bargeldlose Auflademöglichkeiten für die Chipkarte geben.  

Mehr Demokratie wagen 

Wir fordern eine Neuordnung der universitären Gremien. Wir Studierende (und auch die Gruppe der Mitarbeiter*innen) sind zahlenmäßig die größten Gruppen der Universität, dies muss sich in den Gremien der universitären Selbstverwaltung (zum Beispiel im Senat und den Fachbereichsräten) widerspiegeln. Statt wie bisher nur drei Sitze für studentische Mitglieder fordern wir eine paritätische Besetzung. Mitarbeitende, Professor*innen und Studierende sollten die gleiche Anzahl an Sitzen erhalten, um strukturelle Ungerechtigkeiten abzuschaffen und zu gewährleisten, dass die Interessen aller Mitglieder der Universität berücksichtigt werden. Wer Partizipation fördern möchte, muss Gestaltungsspielräume eröffnen. 

Landesstudierendenvertretung 

Anders als Schüler*innen haben wir auf Landesebene keine offizielle Vertretung für Studierende – alle ASten müssen sich immer neu koordinieren, was oftmals nicht hinreichend funktioniert.  

Daher setzen wir uns für die Verankerung einer Landesstudierendenvertretung im Hessischen Hochschulgesetz ein, durch die unsere Interessen gegenüber der Landesregierung vertreten werden. Insbesondere im Zuge der anstehenden Landtagswahl werden wir auf diesen Punkt hinarbeiten und uns dafür stark machen. 

Internationalisierung 

Die Internationalisierung ist auch in der Wissenschaft ein wichtiges Thema – schließlich wird Erkenntnis weltweit gewonnen und wir müssen im ständigen Austausch miteinander bleiben. 

Um Studierenden und Wissenschaftler*innen, die aus dem Ausland kommen und an unserer Universität sind, von Anfang an so wenige Steine in den Weg zu legen, muss die Universität darauf hinarbeiten, dass alle Formulare und soweit möglich auch die Webdienste auf Englisch zur Verfügung stehen. 

Ökologie  

Wir erwarten von der Universität mehr Engagement in Fragen der Ökologie und Nachhaltigkeit. Mit dem bereits eingeführten Abfallentsorgungskonzept ist ein erster Schritt in die richtige Richtung erfolgt.  Dennoch gibt es noch mehr zu tun, daher fordern wir: 

  • Alle Drucker der Universität müssen mit Recycling-Papier ausgestattet sein. 
  • Es müssen mehr Möglichkeiten zur Mülltrennung auf dem Campus geschaffen werden, gerade auch in den Außenbereichen 
  • Die Universität muss ihre Flächen nutzen, um den Einsatz von regenerativen Energien voranzutreiben. Dies schont nicht nur die Umwelt, sondern spart auch Geld, das in der Lehre besser aufgehoben ist.  

Umweltschutz fängt häufig im Kleinen an, wir müssen hier vor Ort wirksam werden und effektiv die Umwelt schonen.  

Fachschaften 

Die Fachschaften kennen die spezifischen Probleme und Bedürfnisse der Fachbereiche und Studierenden vor Ort. Wir unterstützen daher ihre Arbeit – nur mit ihnen kann es eine starke studentische Interessenvertretung geben, die in der Lage ist, allen Studierenden zu helfen und sich für diese einzusetzen. Deswegen haben wir das Gesamtbudget der Fachschaften in diesem Jahr bereits erhöht. Auch die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen AStA und Fachschaften wollen wir weiter stärken. 

Zivilklausel  

Wir setzen uns für eine Universität ein, die den Frieden fördert. Deshalb sehen wir insbesondere Drittmittel, die aus militärischen Einrichtungen stammen, sehr kritisch. Ein rein symbolisches Verbot militärischer Forschung würde uns aber nicht weit genug gehen.  Deshalb haben wir die Ständige Kommission zu sicherheitsrelevanter Forschung als Instrument der universitären Selbstregulierung initiiert, die mit Studierenden und Lehrenden besetzt ist. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Kommission ihre Aufgaben in vollem Umfang wahrnehmen kann und auch wahrnimmt. Deshalb braucht sie einen größeren Handlungsspielraum. Innerhalb der Universität muss entschiedener über sicherheitsrelevante Forschung diskutiert werden, deshalb wollen wir, dass sich die betroffenen Fachbereiche intensiver mit dem Thema auseinandersetzen.  

Heureka – Mitbestimmung für die Nutzer*innen 

Die Neugestaltung der Gelände des Phil I, des Phil II und der Rathenaustraße im Rahmen des Heureka Projekts hat bereits begonnen. Damit der neue Campus den Studierenden zu Gute kommt und nicht an den falschen Punkten gespart wird, fordern wir weiterhin eine starke demokratische Einbindung der Studierendenschaft in die Modernisierungsprozesse.
Um zu gewährleisten, dass die Studierenden auch für die Übergangsphase ihre Veranstaltungen schnellstmöglich erreichen, haben wir mit der Uni zusammen zusätzlich ein Fahrradleihsystem eingeführt, welches den Studierenden schon bald bis zu 300 ausleihbare Fahrräder zu Verfügung stellt, die einen schnellen und umweltschonenden Wechsel zu einem anderen Campus erleichtern. 

Kultur  

Studieren ist mehr als nur Lernen. Studieren bedeutet auch, Teil einer Gemeinschaft und Gesellschaft zu werden, die durch Kultur geprägt ist. Wir werden daher weiterhin kulturelle Projekte fördern und daran arbeiten, Kulturschaffende in unserer Region zu vernetzten, von der Garagenband bis zum Stadttheater. Die daraus resultierende enge Zusammenarbeit mit dem Stadttheater ist ein wichtiger Schritt, die Kulturarbeit in Gießen zwischen Universität, Studierenden und Stadt zu stärken. Wir haben das Theaterticket eingeführt und sprechen uns klar dafür aus, diese erfolgreiche Kooperation weiterzuführen. Auch die Zusammenarbeit mit dem lokalen Basketball-Bundesligisten „Gießen 46ers“ soll bestehen bleiben. Für jeden Heimspieltag können Studierende eine Stehkarte inklusive Freigetränk für 10 Euro erwerben – einfach so, ohne einen höheren Semesterbeitrag. Wir haben das Ticket für Euch ausgehandelt – kommt im AStA vorbei und holt es ab! In den vergangenen Jahren haben wir das Konzept der AStA-Partys zu sehr erfolgreichen und in der Studierendenschaft bekannten Partys ausgebaut. Die Semesterstart-Party hat mittlerweile Kultstatus erreicht. Dabei liegt uns besonders die Förderung von Musiker*innen, Bands, DJs und Künstler*innen aus der Region Gießen am Herzen. Wir werden für die Zeit des Audimax-Umbaus nach Alternativen suchen und danach die alte Party wieder neu aufleben lassen. Außerdem wollen wir Projekte im Rahmen der demokratischen Kultur aktiv unterstützen und fördern. 

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